- Erste großtechnische Flusswärmeanlage Hessens eingeweiht
- Rund 3.900 Haushalte können künftig klimafreundlich mit Fernwärme versorgt werden
- Projekt dient als Vorbild für weitere Gewässerwärmeprojekte in Hessen
Mit der feierlichen Einweihung der neuen Energiezentrale PowerLahn der Stadtwerke Gießen ist heute die erste großtechnische Anlage zur Nutzung von Flusswärme in Hessen offiziell in Betrieb gegangen. Herzstück der Anlage sind drei Großwärmepumpen, die der Lahn Umweltwärme entziehen und diese in das Fernwärmenetz einspeisen. Dadurch können jährlich bis zu 29 Gigawattstunden klimafreundliche Wärme erzeugt und rund 3.900 Haushalte versorgt werden. Das Projekt zählt bundesweit zu den innovativsten Vorhaben für eine klimaneutrale Wärmeversorgung.
„Die Wärmewende entscheidet sich nicht allein auf unseren Dächern oder in Windparks. Sie gelingt auch dort, wo wir die Potenziale vor Ort intelligent nutzen. Mit PowerLahn beweisen die Stadtwerke Gießen eindrucksvoll, wie kommunale Unternehmen Innovationen vorantreiben und klimafreundliche Wärmeversorgung in die Praxis bringen. Dieses Projekt ist ein Leuchtturm für Hessen und eine Blaupause für viele weitere Standorte im Land", sagte Wirtschafts- und Energieminister Kaweh Mansoori.
Land schafft Voraussetzungen für weitere Gewässerwärmeprojekte
Die Inbetriebnahme der Anlage markiert einen wichtigen Schritt für die Wärmewende in Hessen. Neben der technischen Innovation mussten auch neue genehmigungsrechtliche Fragestellungen gelöst werden. Das Land arbeitet deshalb gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden an einer hessenweiten Leitlinie für Gewässerthermieanlagen. Gleichzeitig wurden die Potenziale größerer Fließgewässer im aktualisierten hessischen Wärmeatlas erfasst, damit Kommunen die Möglichkeiten einer nachhaltigen Wärmeversorgung künftig einfacher prüfen können.
„Wir wollen mehr Projekte wie dieses ermöglichen. Dafür braucht es innovative Unternehmen, engagierte Kommunen und Genehmigungsverfahren, die ambitionierten Klimaschutz und praktikable Lösungen zusammenbringen. Hessen schafft dafür die richtigen Rahmenbedingungen", so Mansoori.
Pionierprojekt mit bundesweiter Strahlkraft
Die innovative KWK-Anlage der Stadtwerke Gießen verbindet drei Großwärmepumpen, zwei Blockheizkraftwerke, eine Power-to-Heat-Anlage sowie eine Photovoltaikanlage zur Eigenversorgung der Wärmepumpen. Das Projekt konnte sich bereits im Förderverfahren der Bundesnetzagentur aufgrund seines besonders geringen Fördermittelbedarfs durchsetzen und findet bundesweit Beachtung. Die Stadtwerke Gießen engagieren sich darüber hinaus im von der LandesEnergieAgentur koordinierten Netzwerk „Dekarbonisierung der Wärmenetze“, das vom Hessischen Wirtschaftsministerium unterstützt wird.